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Sonderausgabe zum Dialogprozess "EINEWELT - Unsere Verantwortung"

Auftaktveranstaltung zur Zukunftscharta am 1. April 2014 in Berlin, Quelle: BMZ
Auftaktveranstaltung zur Zukunftscharta am 1. April 2014 in Berlin, Quelle: © GIZ / Ralf Rühmeier


Die Zukunftscharta „EINEWELT – unsere Verantwortung“
von Bundesminister Dr. Gerd Müller

Im nächsten Jahr laufen die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aus und die Weltgemeinschaft muss eine zukunftsfähige Grundlage für ein neues globales Zielsystem schaffen. Dabei geht es um die Bewältigung der beiden größten Herausforderungen der nächsten Dekaden, die Beseitigung von extremer Armut und Hunger und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen – unserer Schöpfung.

Vor einigen Wochen hat unser Ministerium zusammen mit fast 400 Vertreterinnen und Vertretern aus Zivilgesellschaft, Kirche, Wirtschaft, Stiftungen, Medien, Kommunen und vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen das Startsignal für die Zukunftscharta „EINEWELT – unsere Verantwortung“  gegeben. Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen, wie wir auf dieser Erde in Zukunft leben wollen - denn um nichts anderes geht es. Die Zukunftscharta soll eine Richtschnur sein für den Beitrag, den Deutschland in die internationale Debatte über die neuen globalen Ziele einbringen wird.

Bei der Auftaktveranstaltung haben wir beschlossen, die Diskussion anhand der vier Dimensionen von Nachhaltigkeit zu führen, d.h. der ökologischen, sozialen, ökonomischen und politisch-kulturellen Dimension. Wir waren uns auch einig, das Thema „Globale Partnerschaft“ in den Dialog einzubeziehen. Denn die Einteilung in Arm und Reich, in Nehmer und Geber bringt uns nicht mehr weiter - längst sitzen wir in einem Boot und müssen gemeinsame Lösungswege suchen.

Wir haben festgestellt, dass es sehr unterschiedliche Ansichten darüber gibt, wie wir zu einer Welt ohne Hunger und Armut gelangen können und wie wir uns eine nachhaltige Lebensweise vorstellen. Trotz dieser Unterschiede wollen wir über diese Fragen einen größtmöglichen Konsens herausarbeiten und dies in der Zukunftscharta auch festhalten.

Mein Leitbild  ist eine sozial und ökologisch ausgerichtete Marktwirtschaft. Ökonomie und Ökologie dürfen nicht gegeneinander ausspielt werden, gleichzeitig müssen wir die sozialen, kulturellen und politischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mitberücksichtigen. Dafür werde ich mich innerhalb der Bundesregierung, in der Europäischen Union und bei den Vereinten Nationen einsetzen. Deutschland steht zu seiner internationalen Verantwortung und ist weltweit ein anerkannter und verlässlicher Partner. Gemeinsam mit allen Koalitionsfraktionen bin ich der Überzeugung, dass unser Land nur mit den Partnern in Europa und der Welt seine erfolgreiche soziale und wirtschaftliche Entwicklung wird fortsetzen können.

Wichtig ist mir allerdings, dass wir bei dieser Diskussion den Blick nicht nur nach außen richten. Seit der ersten Veröffentlichung über „Die Grenzen des Wachstums“ durch den Club of Rome im Jahr 1972 wissen wir, dass für den Erhalt der Umwelt die Industrie- und Schwellenländer eine besonders große Verantwortung tragen. Eine global nachhaltige Entwicklung, die Armut und Hunger beseitigt und planetare Wachstumsgrenzen berücksichtigt, kann nur durch eine umfassende Verhaltensänderung aller Menschen erreicht werden.

Und hier komme ich zu Ihnen, die Sie sich für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland engagieren. Für mich ist wichtig, dass gerade Sie sich am Prozess der Zukunftscharta beteiligen. Sie tragen mit Ihrer Arbeit maßgeblich dazu bei, dass das Papier nicht in der Schublade vergilbt, sondern lebt – sei es in der Schule oder im Verein, sei es beim Aufbau einer Städtepartnerschaft, beim Jugendaustausch oder bei der Zusammenarbeit mit Migrantinnen und Migranten. Und dies sind nur einige der zahlreichen gesellschaftlichen Schnittstellen, in die Sie sich aktiv einbringen.

Lassen Sie uns mit der Zukunftscharta das entwicklungspolitische Denken erweitern und im besten Sinne gemeinsam „Global Lernen“. So geben wir Anstöße, gängige und vermeintlich feststehende Antworten auf die zentralen Zukunftsfragen neu zu überdenken: Wie können wir die Welt ernähren? Wie können wir allen Menschen ein Leben in Würde sichern mit fairen Arbeitsbedingungen und einem angemessen Einkommen? Gibt es die Chance, die Natur zu bewahren und zugleich nachhaltig zu nutzen? Wie können wir gute Regierungsführung stärken? Ist es möglich, dass Männer und Frauen in allen Ländern die gleichen Rechte haben, dass die Menschenrechte gewahrt und gefördert werden? Wie schaffen wir es, den Frieden auf der Welt zu sichern und bestehende Konflikte zu beenden?

Entwicklungspolitische Bildung ist für mich der zentrale Hebel, um den Menschen in Deutschland globale Probleme und ihre Zusammenhänge greifbar zu machen. Sie verknüpft sie mit Fragen aus unserem täglichen Leben: Wie sieht meine eigene CO2-Bilanz aus? Unter welchen Arbeitsbedingungen wird meine Kleidung produziert? Wie viel Lohn bekommt der Kleinbauer für den Kaffee, den ich trinke?

Liebe Leserinnen und Leser, Sie haben mit Ihrem Wissen und Ihren Erfahrungen die Möglichkeit, die internationale Debatte über die neuen globalen Ziele aus der „Spezialisten-Ecke“ herauszuholen. Helfen Sie mit, hierfür ein bürgernahes, breit verständliches Echo zu erzeugen! Denn die Zukunftscharta wird das sein, was wir gemeinsam daraus machen.


Ihr Dr. Gerd Müller

Zukunftscharta: Beteiligen Sie sich am Online-Dialog bis zum 1. Juni 2014!

Online-Dialog zur Zukunftscharta, © GIZ / Ralf Rühmeier

Zukunftscharta-Webseite

Wie soll sie aussehen, die eine, nachhaltige und gerechte Welt? Wie werden wir unserer Verantwortung für die Zukunft gerecht? Wie setzen wir gemeinsam die Idee einer Globalen Partnerschaft um? Das sind nur einige der zentralen Fragen, wenn es darum geht, zukunftsfähige Antworten auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu entwickeln.

Am 1. April gab Bundesminister Dr. Gerd Müller den Startschuss für den deutschlandweiten Dialogprozess "EINEWELT – Unsere Verantwortung", der Experten und Bürger gleichermaßen einlädt, sich über die nächsten Monate mit Ideen, guten Beispielen und konkreten Vorschlägen einzubringen. Ziel ist es, sich bis November 2014 auf eine gemeinsame Zukunftscharta zu verständigen, die die Grundlage für eine nationale Umsetzungspartnerschaft von Zivilgesellschaft, Kirchen, Wirtschaft, Wissenschaft, Ländern und Kommunen bildet.

Die Möglichkeiten, sich zu beteiligen sind vielfältig und reichen von der Beteiligung am Online-Dialog, über die Teilnahme an Themenforen bis hin zur Planung eigener Veranstaltungen oder Initiativen, deren Ergebnisse in die Zukunftscharta einfließen können.

Der Online-Dialog hat am 1. Mai begonnen. Bis zum 1. Juni können Sie auf der Zukunftscharta-Webseite entlang der verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit - wozu wollen wir zusammenarbeiten? - und mit Blick auf Globale Partnerschaften - wie wollen wir zusammenarbeiten? - eigene Beiträge online stellen. Wie soll die EINEWELT in Zukunft gestaltet werden? Auf www.zukunftscharta.de können Sie gerne Ihre Ideen und Anregungen teilen.


Dokumentation der Auftaktveranstaltung und der Themenforen

Fünf Themenschwerpunkte gliedern den Dialogprozess. Dabei geht es um die Frage, wie wir künftig unser Zusammenleben unter folgenden Aspekten gestalten wollen: ökologisch, sozial, ökonomisch, politisch-kulturell und global.

Hier können Sie die Dokumentation der Auftaktveranstaltung und der Themenforen ansehen:

Themenforum 1 - Ökologische Dimension von Nachhaltigkeit
Themenforum 2 - Soziale Dimension von Nachhaltigkeit
Themenforum 3 - Ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit
Themenforum 4 - Politische und kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit
Themenforum 5 - Globale Partnerschaften

Titelblatt der Dokumentations, Quelle: BMZ

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